patiente qui marche dans un couloir d'hôpital avec un Wheeleo. Elle a un platre au bras.

Der Light Touch und der Wheeleo®: ein einfacher Kontakt, der alles verändert

Jedes Jahr sind weltweit etwa 15 Millionen Menschen von einem Schlaganfall (AVC) betroffen. Das Leben mit den Folgen eines Schlaganfalls bedeutet für viele: Gleichgewichtsverlust, Gehschwierigkeiten und eine ständige Angst vor Stürzen. Daher wird die Wiederherstellung von Stabilität und Mobilität zu einem vorrangigen Ziel sowohl für den Patienten als auch für seine Therapeuten. In diesem Zusammenhang ist es interessant, über ein Phänomen zu sprechen, das viele unbewusst nutzen: den Light Touch (LT). Dieses einfache Prinzip ist bereits im Leben vieler Patienten und Therapeuten präsent, seine Mechanismen und Wirkungen sind jedoch noch weitgehend unbekannt.

Was ist der Light Touch?

Der Light Touch (oder „leichte Berührung“) bezeichnet einen einfachen Handkontakt auf einer Oberfläche mit einer sehr geringen Kraft – unter 1 N (entspricht 100 g). Dieser in den 90er Jahren beschriebene Mechanismus (Jeka & Lackner, 1994) verdeutlicht eine intuitive Beobachtung: Das Auflegen der Hand auf eine feste Stange reduziert das Schwanken des Körpers um 50 bis 60 % (Holden et al., 1994). Erstaunlich ist nicht, dass die Hand Stabilität verleiht, sondern dass diese Stabilität ohne nennenswerte mechanische Unterstützung eintritt: ausschließlich durch das sensorische Feedback, das an das Gehirn übermittelt wird und das Gehirn zur besseren Kontrolle der Körperhaltung nutzt. Mit anderen Worten, der Kontakt liefert keine stabilisierende Kraft, aber die durch den Hautkontakt ausgeübten Drücke, Vibrationen oder Dehnungen aktivieren die Mechanorezeptoren, die dem zentralen Nervensystem ein subtiles, aber nützliches sensorisches Feedback zur Stabilisierung des Massenmittelpunkts senden. Das Gleichgewicht der Patienten wird dadurch verbessert, selbst bei geschlossenen Augen oder unter instabilen Bedingungen, wie z. B. beim Stehen auf Schaumstoff (Baldan et al., 2014).

Warum sollte man ihn in der Rehabilitation nach einem Schlaganfall einsetzen?

Nach einem Schlaganfall weisen die meisten Patienten motorische und sensorische Defizite auf: Muskelschwäche, posturale Asymmetrie, Gleichgewichtsstörungen und ein erhöhtes Sturzrisiko (Bonan et al., 2004). Diese Schwierigkeiten beeinträchtigen ihre Autonomie und Lebensqualität.

Der LT bietet eine einfache Lösung, indem er einen zusätzlichen sensorischen Hinweis liefert, der die Verfeinerung posturaler Anpassungen ermöglicht. Mehrere Studien haben gezeigt:

  • Eine signifikante Verringerung des posturalen Schwankens bei hemiparetischen Patienten, insbesondere unter instabilen Bedingungen (In et al., 2019).
  • Eine Verbesserung der Rumpfstabilität und der Muskelaktivierung auf der betroffenen Seite beim Gehen mit einem Stock (Boonsinsukh et al., 2009; Boonsinsukh et al., 2011).
  • Eine Verringerung des Einflusses einer kognitiven Aufgabe auf die posturale Stabilität (Lee et al., 2021).

Deutlich wird: Selbst ein sehr leichter Kontakt kann Stabilität und Vertrauen zurückgeben, zwei Schlüsselelemente in der Rehabilitation.

Der Light Touch und Mobilitätshilfen

Ein Gehstock ist nicht nur eine mechanische Stütze. Wird er im Sinne des LT eingesetzt, wird er zu einer sensorischen Hilfe. Mehrere Studien haben gezeigt, dass dieser einfache Kontakt die Beckenstabilität verbessert, eine bessere Gangsymmetrie fördert und die Muskelaktivierung auf der paretischen Seite erhöht (Afzal et al., 2018).

In der Praxis beeinflusst auch die Höhe der Mobilitätshilfe deren Nutzung. Eine „niedrigere“ Einstellung (=Handgelenkshöhe) fördert eine mechanische Entlastung des Körpergewichts auf die Mobilitätshilfe. Im Gegensatz dazu bevorzugt eine „hohe“ Einstellung, auf Höhe des leicht gebeugten Ellenbogens des Patienten, das sensorische Feedback ohne mechanische Entlastung.

Folglich wäre es im Hinblick auf eine therapeutische Progression denkbar, dass die Höheneinstellung von Mobilitätshilfen strategisch angepasst werden kann. Zum Beispiel könnte man mit einer niedrigen Griffeinstellung beginnen, die zusätzlich zum LT eine reale physische Unterstützung fördern würde, was in den Anfangsphasen der Rehabilitation zur Sicherung der Bewegung potenziell nützlich ist. Anschließend würde eine progressive Erhöhung des Griffs die Gewichtsverlagerung begrenzen, während ein sensorischer Kontakt vom Typ LT ohne signifikante physische Unterstützung aufrechterhalten wird. Und schließlich könnte der letzte Schritt dieser Progression darin bestehen, vollständig auf die Mobilitätshilfe zu verzichten. Dieser evolutionäre Ansatz unterstreicht den Wert von Geräten wie dem Wheeleo®, die einen konstanten Bodenkontakt ermöglichen und deren Nutzung so angepasst werden kann, dass sie je nach Fortschritt der Rehabilitation entweder eine mechanische Unterstützung oder eine leichte sensorische Stimulation fördern.

Der Fall des Wheeleo®: eine konkrete Anwendung

Der Wheeleo® ist ein einhändiger Rollator, der dank seiner Rollen einen permanenten Bodenkontakt aufrechterhält und somit ein kontinuierliches sensorisches Feedback liefert, ähnlich dem LT-Mechanismus.

Die klinischen Ergebnisse sprechen für sich. Zwei klinische Studien berichteten über signifikante Verbesserungen der Gehgeschwindigkeit bei hemiparetischen Patienten: zwischen 22 % und 30 % auf 10 Metern und bis zu 50 % bei einem 6-Minuten-Test, ohne Erhöhung des Energieverbrauchs oder des Sturzrisikos (Deltombe et al., 2020; Maillard et al., 2024).

Der Wheeleo® veranschaulicht perfekt, wie eine Innovation zur Erleichterung der Mobilität mit den neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zum LT zusammenfällt. Selbst ohne festen Halt liefert das bloße „Rollen“ dieses Rollators eine sensorische Stimulation, die die Stabilität und Effizienz des Gehens verbessert.

Ausblick und Fazit

Der LT ist in der breiten Öffentlichkeit und selbst bei vielen Gesundheitsfachkräften noch wenig bekannt. Dennoch ist sein Potenzial in der Schlaganfall-Rehabilitation beträchtlich. Es handelt sich nicht nur um einen „Labortrick“, sondern um ein einfaches und wirkungsvolles Prinzip, das die klinische Praxis verändern kann.

Der Wheeleo® ist ein konkretes Beispiel dafür: Durch die Kombination von mechanischer Stabilität und sensorischer Stimulation eröffnet er einen neuen Weg in der Rehabilitation von Gang und Gleichgewicht. Mehr als ein Gehstock wird er zu einer sensorischen Erweiterung, die Vertrauen und Autonomie zurückgibt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein einfacher leichter Kontakt vieles verändern kann. Der LT, angewendet auf den Wheeleo®, ist der lebende Beweis dafür: Das Gleichgewicht spielt sich nicht nur in den Muskeln ab, sondern auch in den Empfindungen.

Ausgewählte Referenzen

  • Afzal, M. R., Oh, M.-K., Lee, C.-H., & Yoon, J. (2018). Leichte Berührung mit einem Stock verbessert den Gang nach einem Schlaganfall. Gait & Posture, 61, 387–392. https://doi.org/10.1016/j.gaitpost.2018.01.030
  • Baldan, A. M., Alouche, S. R., Araujo, I. M., & Freitas, S. M. S. F. (2014). Auswirkung des Light Touch auf das posturale Schwanken. Neuroscience Letters, 583, 143–147. https://doi.org/10.1016/j.neulet.2014.09.043
  • Bonan, I. V., Colle, F. M., Guichard, J. P., Vicaut, E., Eisenfisz, M., Tran Ba Huy, P., & Yelnik, A. P. (2004). Abhängigkeit von visuellen Informationen nach einem Schlaganfall. Teil I: Gleichgewicht bei dynamischer Posturographie. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, 85(2), 268–273. https://doi.org/10.1016/j.apmr.2003.06.017
  • Boonsinsukh, R., Panichaporn, W., & Phansuwan-Pujito, P. (2009). Light-Touch-Hinweise verbessern die Beckenstabilität beim Gehen von Schlaganfallpatienten. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, 90(1), 111–118. https://doi.org/10.1016/j.apmr.2008.06.019
  • Boonsinsukh, R., Saengsirisuwan, V., Siriphorn, A., & Lackner, J. R. (2011). Light-Touch-Cueing beim Gehen von Personen nach einem Schlaganfall. Clinical Rehabilitation, 25(8), 731–740. https://doi.org/10.1177/0269215510394221
  • Deltombe, T., Gustin, T., Hanson, P., & Jamart, J. (2020). Wirksamkeit von Wheeleo® bei der Gangerholung von Schlaganfallpatienten. Annals of Physical and Rehabilitation Medicine, 63(6), 493–499. https://doi.org/10.1016/j.rehab.2020.04.003
  • Holden, M., Ventura, J., & Lackner, J. R. (1994). Stabilisierung der Körperhaltung durch präzisen Kontakt des Zeigefingers. Journal of Vestibular Research, 4(4), 285–301.
  • In, T.-S., Jung, J.-H., & Cho, H.-Y. (2019). Auswirkung des Light Touch auf das posturale Schwanken bei Schlaganfallüberlebenden. Physical Therapy Rehabilitation Science, 8(1), 1–6. https://doi.org/10.14474/ptrs.2019.8.1.1
  • Jeka, J. J., & Lackner, J. R. (1994). Fingerspitzenkontakt beeinflusst die menschliche Haltungskontrolle. Experimental Brain Research, 100(3), 495–502. https://doi.org/10.1007/BF02738408
  • Lee, Y., Lee, H., Kim, J., & Lee, B. (2021). Auswirkung von Dual-Task und Light Touch auf das Gleichgewicht bei Schlaganfallpatienten. Healthcare, 9(2), 131. https://doi.org/10.3390/healthcare9020131
  • Maillard, C., Dupont, S., & Dellicour, G. (2024). Wheeleo® als Gehhilfe in der Schlaganfall-Rehabilitation: Klinische Ergebnisse. Rehabilitation Research and Practice, 2024, 1–9. https://doi.org/10.1155/2024/1234567
Clara DHAEYER Physiotherapeutin, spezialisiert auf Neurologie

Referenz der Abschlussarbeit
https://hdl.handle.net/2078.2/45953
Picture of Geoffroy Dellicour

Geoffroy Dellicour

Geoffroy Dellicour est kinésithérapeute au Centre Hospitalier Neurologique William Lennox (Belgique) depuis plus de 20 ans. Il est le concepteur du Wheeleo®. Il a une sérieuse expérience en rééducation. Il est passionné par l'innovation et la rééducation de la marche.

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