Gehhilfen für ältere Menschen: 3 Regeln für die Auswahl der richtigen Ausrüstung

Viele ältere Menschen sind von Mobilitätsproblemen betroffen, die entweder mit dem natürlichen Alterungsprozess oder mit spezifischen Pathologien zusammenhängen. Angesichts dieser Schwierigkeiten ist eine Gehhilfe für ältere Menschen eine der wirksamsten Lösungen, um die Selbständigkeit zu erhalten und das Risiko von Stürzen zu verringern. Die Weltgesundheitsorganisation hat diese Hilfsmittel als eine ihrer vorrangigen Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit eingestuft.

Gehstöcke, Gehhilfen, Rollatoren: Das Angebot ist groß und nicht für jede Situation geeignet. Dieser Artikel erläutert die drei Grundregeln für die Auswahl der richtigen Gehhilfe für Sie oder Ihre Angehörigen.

Regel 1: Verstehen, was von einer Gehhilfe für Senioren erwartet wird

Die Vielfalt der Profile von Menschen mit eingeschränkter Mobilität hat die Entwicklung einer großen Vielfalt an Gehhilfen angeregt. Heute können Senioren Hilfsmittel finden, die für die unterschiedlichsten Bedürfnisse entwickelt wurden: zur Erhaltung des Gleichgewichts, zur Linderung von Gelenkschmerzen, zum Ausgleich von Muskelschwäche oder zur Unterstützung nach einem Sturz oder einem Schlaganfall.

Bei der Suche nach dem richtigen Gerät kann die Anzahl der zu bewertenden Kriterien überraschend hoch sein. Ein Gehstock für ältere Menschen kann z.B. gerade oder versetzt, mit einer oder vier Spitzen, mit einem Standard- oder ergonomischen Griff, aus Aluminium oder Karbon sein. Um das Wesentliche zu erläutern, sind hier die wichtigsten Punkte aufgeführt.

Regel 2: Anpassung der Gehhilfe an die tatsächlichen Bedürfnisse des älteren Menschen

Das Altern setzt den Körper zahlreichen Krankheiten aus, die die Mobilität auf sehr unterschiedliche Weise beeinträchtigen: Parkinson, Arthritis, Osteoporose, Folgen von Schlaganfällen, Gleichgewichtsstörungen oder Sehschwächen. Bei der Auswahl einer Gehhilfe für ältere Menschen müssen diese Erkrankungen und ihre spezifischen Erscheinungsformen berücksichtigt werden. Es gibt vier Dimensionen, die sorgfältig geprüft werden müssen

Der Griff: Komfort und Gelenkschutz

Der Griff ist der erste Kontaktpunkt zwischen dem Benutzer und seiner Gehhilfe. Er sollte einen bequemen Griff bieten, ohne die Gelenke und Muskeln zu überlasten. Standard- und Universalgriffe, wie die des einhändigen Gehwagens Wheeleo®, bieten den meisten Senioren einen guten Halt. Ergonomische Griffe sind besonders bei Arthritis oder Rheuma geeignet, da sie den Druck besser auf die Handfläche verteilen.

Stabilität: die Anzahl der Kontaktpunkte

Für einen älteren Menschen, dessen Hauptproblem das Gleichgewicht ist, ist die Anzahl der Bodenkontaktpunkte ein entscheidendes Kriterium. Ein vierbeiniger Gehstock, eine Gehhilfe oder ein Rollator bieten vier Bodenauflagen, was eine größere Stabilität gewährleistet. Gehstock und Rollator haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie über ihre Räder einen ständigen Bodenkontakt haben, wodurch das ruckartige Anheben eines herkömmlichen Gehstocks entfällt.

Der Wheeleo® ist einhändig bedienbar und zeichnet sich durch eine Kombination aus Stabilität und Bewegungsfreiheit aus. Er wird insbesondere für Parkinson-Patienten, Rehabilitanden nach einem Schlaganfall und alle älteren Menschen mit altersbedingten Gehstörungen empfohlen.

Fortlaufende Unterstützung: wenn der Stock nicht mehr ausreicht

Manche Situationen erfordern eine ständige physische Unterstützung des Körpers. Wenn das Anheben eines Gehstocks zu einem Sturz führen kann, ist der traditionelle Rollator (Gehgestell ohne Räder) die Referenz für Sicherheit. Sein Nachteil ist sein Platzbedarf und seine mangelnde Wendigkeit, insbesondere im Freien. Kompakte Gehhilfen, die leichter und vielseitiger sind, stellen eine innovative Alternative dar, die die Unabhängigkeit des älteren Menschen bewahrt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es bei der Auswahl einer Gehhilfe für ältere Menschen wichtig ist, den Griff, die Kontaktpunkte und die Unterstützungsfähigkeit unter Berücksichtigung der Erkrankungen und der Lebensweise des Seniors zu bewerten.

Gelände und Größe: Anpassung der Ausstattung an die Umgebung des Seniors

Die tägliche Umgebung des älteren Menschen ist ein Parameter, der bei der Auswahl einer Gehhilfe oft vernachlässigt wird. Eine Gehhilfe, die auf ebenen Böden gut funktioniert, kann auf Treppen oder unebenen Außenflächen gefährlich werden. Umgekehrt kann sich ein herkömmlicher Gehstock in einer Wohnung mit glattem Parkettboden als weniger komfortabel erweisen als erwartet.

Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass ein älterer Mensch je nach Kontext mehrere Gehhilfen benutzt: einen Stock für unebene Flächen oder Treppen, einen Rollator für flache Außenbereiche und einen vielseitigen einhändig bedienbaren Rollator für gemischte Umgebungen.

Die Länge der Ausrüstung ist ebenfalls entscheidend für die Haltung und die Sicherheit. Die Faustregel für einen einfachen Gehstock lautet: Der Griff sollte sich auf Höhe des Handgelenks befinden, wenn der Arm entspannt neben dem Körper liegt. Ein schlecht eingestellter Gehstock führt zu einer schlechten Körperhaltung und erhöht das Risiko eines Sturzes, insbesondere beim Treppensteigen. Der Wheeleo® bietet verschiedene Längeneinstellungen, um sich an die Morphologie des Seniors und seine Ziele anzupassen: Gleichgewicht, Unterstützung oder Rehabilitation.

Regel 3: Folgen Sie dem Rat eines Gesundheitsexperten

Dieser Artikel gibt Ihnen einen ersten Anhaltspunkt für die Auswahl der besten Gehhilfe für ältere Menschen. Die Lektüre ersetzt jedoch nicht den Rat Ihres Hausarztes oder Physiotherapeuten.

Jeder Körper altert anders: Eine sorgfältige medizinische Beurteilung ist unerlässlich, um die spezifischen Bedürfnisse des Patienten zu ermitteln, die Entwicklung seiner motorischen Fähigkeiten zu antizipieren und ungeeignete Hilfsmittel zu vermeiden, die die Person noch mehr schwächen können, anstatt sie zu schützen. Die Sicherheit und die Lebensqualität des Seniors hängen direkt davon ab.

Fazit: Die eigenen Bedürfnisse einschätzen, um die richtige Gehhilfe zu wählen

Unterschiedliche Situationen können unterschiedliche Hilfsmittel erfordern. Die gleichzeitige Verwendung von zwei oder mehr Gehhilfen ist durchaus üblich und wird sogar oft empfohlen. Das Wichtigste ist eine ehrliche und genaue Einschätzung der Bedürfnisse des älteren Menschen in Bezug auf Mobilität, Stabilität und Umgebung.

Die richtige Wahl einer Gehhilfe ist mehr als nur der Kauf eines Geräts: Es ist eine Investition in die Unabhängigkeit, Sicherheit und Lebensqualität des Seniors im Alltag.

Bild von Geoffroy Dellicour

Geoffroy Dellicour

Geoffroy Dellicour est kinésithérapeute au Centre Hospitalier Neurologique William Lennox (Belgique) depuis plus de 20 ans. Il est le concepteur du Wheeleo®. Il a une sérieuse expérience en rééducation. Il est passionné par l'innovation et la rééducation de la marche.

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