Multiple Sklerose: Die Krankheit verstehen und besser damit im Alltag leben
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, die hauptsächlich das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Sie ist gekennzeichnet durch die Bildung von Demyelinisierungsherden, d.h. die Zerstörung der Myelinscheide, die die Nervenfasern schützt. Diese Schädigung verlangsamt die Weiterleitung von Nervensignalen und kann eine Vielzahl von motorischen, sensorischen, visuellen oder kognitiven Symptomen hervorrufen.
In Belgien wird die Prävalenz von MS auf etwa 13.500 Personen geschätzt. Die Krankheit betrifft hauptsächlich junge Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren und etwa dreimal mehr Frauen als Männer. Auch wenn der Krankheitsverlauf bei jedem Einzelnen variiert, ermöglicht eine multidisziplinäre Betreuung, die medizinische Überwachung, Rehabilitation und psychologische Unterstützung kombiniert, die Autonomie zu erhalten und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Was ist Multiple Sklerose?
MS ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise das Myelin angreift, was zur Bildung von Plaques im Gehirn und Rückenmark führt. Diese Läsionen stören die Nervenleitung und erklären die charakteristischen Symptome der Krankheit.
Die verschiedenen Formen der MS
- Schubförmige MS: Gekennzeichnet durch Schübe, gefolgt von Remissionsphasen.
- Progressive MS: Die Symptome verschlimmern sich langsam und stetig, mit oder ohne Schübe.
Die Häufigkeit der Schübe und die Intensität der Symptome variieren von Person zu Person, wodurch jeder Verlauf einzigartig ist.
Ursachen und Mechanismen der Krankheit
Zu den Risikofaktoren gehören eine genetische Veranlagung, bestimmte Virusinfektionen und Umweltfaktoren wie Vitamin-D-Mangel oder Rauchen. Die Krankheit verursacht eine Entzündung und Demyelinisierung der Nervenzellen, wodurch Plaques entstehen, die die Geschwindigkeit der Signalübertragung im zentralen Nervensystem stören.
Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass Makrophagen und andere Immunzellen eine Schlüsselrolle bei der Zerstörung des Myelins spielen und so zur fortschreitenden Degeneration bestimmter motorischer oder kognitiver Funktionen beitragen.
Die Diagnose basiert auf der klinischen Untersuchung, der Magnetresonanztomographie (MRT) und manchmal auf biologischen Analysen. In Belgien ermöglichen spezialisierte Gesundheitsnetzwerke für MS eine angepasste Betreuung und frühzeitige Behandlung, um das Fortschreiten der Behinderung zu verlangsamen.
Die häufigsten Symptome
Die Symptome der MS sind vielfältig:
- Chronische Müdigkeit
- Motorische Störungen: Schwäche, Gangstörungen, Gleichgewichtsstörungen
- Sehstörungen: Verschwommenes oder doppeltes Sehen
- Neuropathische Schmerzen
- Spastik und Muskelsteifheit
- Kognitive und Gedächtnisstörungen
- Harnwegs- und Verdauungsstörungen
- Erhöhtes Depressionsrisiko
Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es, die Behandlung anzupassen, die Folgen zu begrenzen und die Lebensqualität zu verbessern.
Welche Behandlungen gibt es derzeit?
Es gibt keine heilende Behandlung, aber verschiedene Strategien können das Fortschreiten der Behinderung verlangsamen und die Symptome lindern.
Medikamente und medizinische Überwachung
- Basistherapien: Immunmodulatoren oder Immunsuppressiva zur Reduzierung der Schubfrequenz und Begrenzung der Bildung neuer Plaques.
- Symptomatische Behandlungen: Zur Behandlung von Spastik, Müdigkeit, Schmerzen oder Harnwegsfunktionsstörungen.
Eine regelmäßige Überwachung, einschließlich neurologischer Konsultationen und MRT-Untersuchungen, ermöglicht es, den Krankheitsverlauf zu überwachen.
Rehabilitation und Begleitung
Rehabilitation ist unerlässlich, um Mobilität und Autonomie zu erhalten: Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie ermöglichen es, Folgendes zu erreichen:
- Muskelkraft und Koordination zu erhalten
- Koordination, Haltung und Gangflüssigkeit zu verbessern, um den Verlust der Mobilität zu begrenzen
- Müdigkeit zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern
Psychologische Unterstützung hilft Patienten, die emotionalen Auswirkungen der Krankheit zu bewältigen und fördert die funktionelle Erholung.
Wie kann man die Autonomie im Alltag verbessern?
Das Umfeld anpassen
Um Müdigkeit zu begrenzen und Stürzen vorzubeugen:
- Haltegriffe und angepasste Sitze installieren
- Bewegungsbereiche optimieren
- Das Zuhause so gestalten, dass die Fortbewegung erleichtert wird
Innovationen bei Gehhilfen
Technologische Fortschritte haben zur Entwicklung innovativer Gehhilfen geführt, die auf Menschen mit MS zugeschnitten sind. Der Wheeleo® ist beispielsweise ein einhändiger Rollator, der entwickelt wurde, um die Fortbewegung zu erleichtern und gleichzeitig Müdigkeit und Sturzrisiko zu reduzieren.
Dank seiner Stabilität und Manövrierfähigkeit ermöglicht der Wheeleo®, eine natürliche Haltung und einen flüssigen Gang beizubehalten, wodurch die funktionelle Erholung und das Selbstvertrauen gefördert werden. Er lässt sich perfekt in ein Rehabilitationsprogramm integrieren, ergänzend zur Physiotherapie und motorischen Stimulationsübungen.
In Belgien empfehlen spezialisierte Gesundheitsnetzwerke die Verwendung dieser Art von Gehhilfe, um das Fortschreiten der Behinderung zu begrenzen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, sei es zu Hause oder in einem Rehabilitationszentrum. Diese Innovationen tragen auch zur Prävention von Komplikationen und zur Autonomie der Patienten im Alltag bei.