Die Unterstützungsfläche entspricht der begrenzten Fläche, die durch die Projektion der verschiedenen Stützpunkte einer Person und ihrer technischen Gehhilfe (TGH) definiert wird.
Die Mobilitätshilfe beeinflusst daher direkt die Unterstützungsfläche. Je nach Art der TGH, ihrer Verwendungsweise und den verfolgten Zielen variiert die Unterstützungsfläche während des gesamten Gangzyklus. Rollatoren und Gehrahmen (ein- oder beidhändig) sind die einzigen Mobilitätshilfen, die die Unterstützungsfläche während des gesamten Gangzyklus verändern. Deshalb sind sie besonders nützlich bei erheblichen Gleichgewichtsstörungen.
Allgemeine Prinzipien
- Fläche und Stabilität: Je größer und ausgedehnter die Unterstützungsfläche ist, desto höher ist die Stabilität.
- Ausrichtung: Die Ausrichtung der Fläche muss der Achse entsprechen, in der das Gleichgewicht gesucht wird. Gebrechliche Personen bevorzugen oft eine schräge Ausrichtung, die sowohl seitliche als auch anteroposteriore Stabilität bietet.
- Variation während des Gehens: Die Unterstützungsfläche wechselt zwischen Phasen großer Fläche (mehrere Stützpunkte) und Phasen kleiner Fläche (einbeiniger Stand). Diese Variation ist bei bestimmten TGH (Rollator) geringer und bei anderen (Gehstöcke) ausgeprägter.
- Regeln je nach Zielsetzung:
- Für die Entlastung: Die Größe der Fläche spielt eine geringe Rolle. Die Stützpunkte sind oft nah am Körper.
- Für das Gleichgewicht: Die Stützpunkte (Füße und TGH) sind weiter auseinander, wodurch die Größe der Unterstützungsfläche zunimmt. Nicht die auf die TGH ausgeübte Kraft sorgt für das Gleichgewicht, sondern ihr Beitrag zur Gesamtkonfiguration der Stützpunkte.
Beispiele für Unterstützungsflächen mit verschiedenen Mobilitätshilfen
Vierfußgehstock – Zweipunktgang
Wechsel zwischen einer großen rechteckigen Fläche (Doppelstütz) und einer kleinen Fläche (einbeiniger Stand). Um einen Zweipunktgang einzunehmen, ist eine ausreichende Stabilität erforderlich. Schwächere Personen werden spontan einen Dreipunktgang (siehe unten) annehmen.
1 Krücke – Zweipunktgang
Wechsel zwischen einer großen dreieckigen Fläche (Doppelstütz) und einer kleinen Fläche (einbeiniger Stand).
Zwei Krücken für eine teilweise Entlastung
Wechsel zwischen einem Dreifachstütz (seitlich ausgedehnte Fläche) und einem einbeinigen Stand. Dieser Gang bietet eine gute seitliche Stabilität, ist aber anteroposterior weniger stabil. Das vorrangige Ziel ist die Entlastung.
Zwei Krücken für eine vollständige Entlastung
Wechsel zwischen einem Stütz auf beiden Krücken (vollständiger Ersatz des Fußstützes) und einem einbeinigen Stand. Dieser auf Entlastung ausgerichtete Gang ist seitlich sehr stabil, aber in der anteroposterioren Stabilität begrenzt, was dem Körper das Vorwärtsbewegen ermöglicht.
Zwei Krücken mit alternierenden Stützpunkten
Wechsel zwischen Doppelstützen (eine Krücke und der gegenüberliegende Fuß). Dieser Gang gewährleistet eine symmetrische Entlastung und Stabilität für Personen mit bilateralem Defizit. Jeder Fußstütz wird durch den Stütz einer Krücke verdoppelt. Der Einhand-Rollator Wheeleo® ermöglicht es ebenfalls, jeden Stütz zu verdoppeln und dabei eine Hand freizuhalten.
Zwei Gehstöcke mit alternierenden Stützpunkten
Wechsel zwischen Doppelstützen (ein Stock und der gegenüberliegende Fuß). Dieser Gang verbessert das
Vierfußgehstock – Dreipunktgang
Drei unterschiedliche Phasen:
- Doppelstütz auf beiden Füßen während der Bewegung des Gehstocks.
- Doppelstütz Gehstock/benachbarter Fuß.
- Doppelstütz Gehstock/gegenüberliegender Fuß.
Dieser Gang ermöglicht es, während des gesamten Zyklus eine große Unterstützungsfläche beizubehalten, ohne eine Phase des einbeinigen Stands. Er wird verwendet, um Situationen
Der Einhand-Rollator Wheeleo® ermöglicht es, Stabilität zu bieten (immer zwei Stützpunkte, also eine große Unterstützungsfläche), ohne das natürliche Gangbild zu verändern.
Wheeleo® – Zweipunktgang
Wechsel zwischen einem Doppelstütz Wheeleo®/gegenüberliegender Fuß und einem Doppelstütz Wheeleo®/benachbarter Fuß. Die Verwendung des Wheeleo® verbessert die Stabilität, ohne das natürliche Gangbild zu stören, und bietet eine effektive Lösung in vielen Situationen.
Dieser Artikel zeigt, wie die Unterstützungsfläche ein grundlegendes Konzept bei der Auswahl und Verwendung von technischen Gehhilfen ist. Das Verständnis dieser Prinzipien ermöglicht es, die Sicherheit, Stabilität und Gangqualität für jeden Patienten zu optimieren.