In der Gangrehabilitation sind technische Hilfsmittel oft darauf ausgelegt, Sicherheit zu gewährleisten. Geräte wie Rollatoren sind fast immer mit Handbremsen ausgestattet. Eine Selbstverständlichkeit? Nicht unbedingt.
Bei Wheeleo® haben wir uns entschieden, diese Logik neu zu überdenken. Was wäre, wenn die effektivste Bremse nicht mechanisch, sondern „motorisch“ wäre? Und was wäre, wenn der Patient selbst zum Hauptakteur des Anhaltens würde?
Die „Motorbremse“: eine aktive und natürliche Kontrolle
Im Gegensatz zu klassischen Rollatoren besitzt das Wheeleo® keine mechanische Bremse. Und doch hält es an… genau dann, wenn der Patient anhält.
Diese Funktionsweise basiert auf einem grundlegenden Prinzip: die aktive Kontrolle der Bewegung. Der Benutzer verlässt sich nicht auf eine mechanische Bremse, sondern auf seine eigene Fähigkeit, sein Tempo zu modulieren, zu verlangsamen und willentlich anzuhalten.
Eine Form der „Motorbremse“, um eine Analogie zum Autofahren aufzugreifen — ein anschauliches Bild, auch wenn es im Bereich der Rehabilitation nicht klassisch verwendet wird.
Absichern oder Eigenverantwortung stärken?
Dieser Ansatz hinterfragt eine tief verwurzelte Überzeugung: die systematische Anwesenheit von Bremsen sei eine Garantie für Sicherheit. Doch in vielen Situationen werden sie nicht korrekt oder gar nicht benutzt. Der Patient bremst mit den Händen… vergisst aber, seinen Körper einzusetzen.
Mit dem Wheeleo® ist es umgekehrt. Das Gerät fördert
Klinische Erfahrungsberichte: ein Anhalten, das… von selbst geschieht
Die Nutzer selbst sprechen am besten darüber. Frau Bovy, eine Wheeleo®-Nutzerin, fasst die Erfahrung perfekt zusammen:
„Es braucht keine Bremse! Wenn ich losgehe, geht es los. Wenn ich anhalte, hält es an.“
Keine Bremse zum Ziehen, keine mechanische Blockade zu antizipieren: die Bremse, das ist sie selbst. Ein vereinfachtes motorisches Lernen, eine gesicherte Bewegung, eine gestärkte Autonomie.
Eine paramedizinische Innovation im Dienste der Neurorehabilitation
Das Wheeleo® ist besonders relevant in der Neurologie, wo die Arbeit an der aktiven Gangart unerlässlich ist. Schlaganfall, Parkinson, Multiple Sklerose… all dies sind Situationen, in denen eine Wiederverbindung zwischen Absicht und motorischer Aktion angestrebt wird.
Das Fehlen einer Bremse ist kein Mangel: es ist eine therapeutische Entscheidung. Eine Entscheidung, die dazu anregt, anders über Gehhilfen nachzudenken. Soll man alles absichern, oder soll man jedem ermöglichen, wieder zu lernen, sich selbst abzusichern?
Dieses Prinzip der aktiven Bewegungsregulation könnte auch in der Geriatrie seinen Platz finden, wo die Aufrechterhaltung der Autonomie und die Stimulation der motorischen Kontrolle wesentlich sind, um funktionelle Verluste zu begrenzen.
Zusammenfassend:
Was wäre, wenn wir dem Patienten die Möglichkeit gäben, selbst zu bremsen?
Und was wäre, wenn die motorische Autonomie auch… durch das Fehlen einer mechanischen Bremse ginge?






