Im Rahmen der Gangrehabilitation zählt jeder Schritt. Dieses Video veranschaulicht einen oft unterschätzten, aber wesentlichen Moment: Ein hospitalisierter Patient, noch in der Rehabilitationsphase, steht von seinem Stuhl im Zimmer auf, um zur Toilette zu gehen, begleitet von einer Pflegekraft.
Er geht noch nicht alleine, aber er ist bereits Akteur seiner Genesung.
Rehabilitation bedeutet auch, Gelegenheiten außerhalb der Therapiesitzungen zu schaffen
Während der akuten oder subakuten Hospitalisierungsphase strukturieren die Physiotherapiesitzungen die motorische Genesung. Die wahren Fortschritte zeigen sich jedoch oft zwischen den Sitzungen, wenn der Patient beginnt, das Gelernte im Alltag anzuwenden.
Begleitet von einer Pflegekraft ermöglicht diese Art von funktioneller Bewegung (Aufstehen, einige Meter gehen, die Toilette erreichen):
- die motorischen Wiederholungen außerhalb der Sitzungen zu vervielfachen,
- eine tägliche körperliche Aktivität aufrechtzuerhalten,
- die Motivation des Patienten zu stärken,
- und eine Dynamik des konkreten Fortschritts einzuleiten.
Die drei Phasen der Gangrehabilitation
In der Praxis lassen sich drei Hauptphasen der funktionellen Gangrehabilitation im Krankenhaus identifizieren:
- Das vom Physiotherapeuten begleitete Gehen, in der Rehabilitationssitzung.
- Das von anderen Pflegekräften begleitete Gehen, bei gezielten Bewegungen (Gang zur Toilette, zum Speisesaal usw.).
- Das autonome Gehen, im Zimmer, auf den Gängen oder in der Pflegeeinheit.
Diese zweite Phase – das Gehen mit dem Pflegepersonal – spielt eine zentrale Rolle.
Sie ermöglicht es dem Patienten, schrittweise aus der passiven Rolle herauszukommen und Bewegung in seine grundlegenden Aktivitäten zu integrieren. Es ist auch oft der Moment, in dem er beginnt, „daran zu glauben“, eine Entlassung aus dem Krankenhaus zu erahnen und sich auf die Autonomie auszurichten.
Die Verfügbarkeit von Hilfsmitteln: eine oft vernachlässigte Herausforderung
Damit diese Fortschritte jedoch möglich sind, muss das passende Hilfsmittel zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sein.
Es wäre schade, wenn ein Patient, der mit einer Pflegekraft gehen kann, sitzen bleiben müsste… einfach weil kein Gehhilfsmittel frei ist.
Funktionelle Bewegungen mit der Pflege zu vervielfachen, ist auf dem Papier einfach, aber das setzt voraus:
- ein geschultes und motiviertes Pflegeteam,
- eine reibungslose Koordination mit den Physiotherapeuten,
- und verfügbare technische Hilfsmittel auf den Stationen.
Fazit
Diese „kleinen“ funktionellen Gänge außerhalb der Sitzungen zu fördern, ist weit mehr als ein Mobilitätsgewinn:
Es ist ein leistungsstarker Hebel zur Beschleunigung der Rehabilitation, zur Stärkung der Autonomie und zur aktiven Vorbereitung der Rückkehr nach Hause.